Art Centres

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ARTKELCH bezieht seine Werke ausschließlich aus Kunstzentren, die den Künstlern oder deren Gemeinden selbst gehören.

Diese genossenschaftlich organisierten Künstlerkooperativen, sogenannte community-based Art Centres, spielen eine entscheidende Rolle bei der Weitergabe der Kultur und für die nachhaltige Lebensfähigkeit der indigenen Gemeinden. 

Die Motivation für das Vorantreiben der Aktivitäten in Kunstzentren ist der Wunsch der Künstler, ihre Geschicke selbst in die Hand zu nehmen, Karrierechancen für die Jugend zu entwickeln und ein selbstbestimmtes Leben auf angestammten Land führen zu können.

Die führenden Künstler arbeiten ununterbrochen und sind überzeugt davon, dass die Weitergabe des traditionellen Wissens an die jüngere Generation äußerst wichtig ist. So ist ein Kunstzentrum auch das Zentrum des Gemeindelebens, wo sich bis zu vier Generationen zum Malen und Singen versammeln und Auszüge aus der Tjukurrpa (Schöpfungsgeschichte) wieder und wieder erzählen.

Der Gemeinschaftsgedanke steht bis heute bei der künstlerischen Aktivität im Vordergrund, auch wenn einzelne Künstler sich zwischenzeitlich auch individuell einen Namen in der Kunstwelt gemacht haben.

Bei einer Künstlerkooperative fließen Teile der Gemäldeerlöse direkt in Gemeindeprojekte. Diese reichen von Investitionen in das Gesundheitswesen (z.B. Vorsorge- und Aufklärungsprogramme, mobile Dialysestationen, etc.) über Projekte für die Jugend und die Altenpflege bis hin zur Förderung des künstlerischen Nachwuchses.

Wie die Gelder verwandt werden bestimmt ein Leitungsgremium, das mit Aborigines besetzt ist, und das auch den (in der Regel weißen) Art Centre Manager einstellt, der die Schnittstelle zu den Galerien bildet. Sie bestimmen gemeinsam, zu welchen Preisen die Werke angeboten werden.

Der Bezug von Kunst aus solchen Kunstzentren ist ein klares Statement für Provenienz, Authentizität und den ethisch einwandfreien Bezug von Aboriginal Art. Nicht umsonst vertrauen Museen und Auktionshäuser weltweit – nicht zuletzt auch aus Gründen der Werthaltigkeit – dieser bevorzugten Provenienz.


BUY RIGHT WAY!

Am anderen Ende der "ethischen Skala" stehen sogenannte Carpetbagger, die Künstler, die bereits einen Namen haben, unter teils menschenunwürdigen Bedingungen für "kleines Geld" (oft nur 5-10% des Wandpreises in einer Galerie) malen lassen, was nicht nur aus moralischen Gründen bedenklich ist. Da ein Künstler auf angestammtem Land in der Nähe seiner Schöpferahnen und im Kreise seiner Familie anders malt als für schnelles Geld in einer Fabrikhalle – die meisten davon gibt es in und um Alice Springs – sind die Werke meist qualitativ minderwertig und wenig werthaltig, auch wenn sie am Kunstmarkt zu ähnlichen und teils sogar höheren Preisen angeboten werden.

Hier heißt es also "Augen auf beim Kauf von Aboriginal Art", insbesondere in den Städten und touristischen Zentren. Renommierte Galerien, die ihre Kunst aus Art Centres beziehen, liegen oft abgelegen und müssen gezielt aufgesucht werden. Während Galerien, die Massenware bei hoher Marge von Carpetbaggern vertreiben, eher in teuren Innenstadtlagen zu finden sind.

Während Künstler aus den APY Lands und aus Spinifex Country wegen ihrer Abgeschiedenheit nur selten für Carpetbagger malen, werden Künstler der Kooperativen Papunya Tula oder Warlukurlangu Artists bei Besuchen in Alice Springs vermehrt Opfer skrupelloser Händler, so dass bei Werken dieser Künstler die Provenienz eine besonders wichtige Rolle spielt.

Gerne beraten wir Sie, wo Sie auf einer Australienreise aufgrund der Stolpersteine und Fallstricke in diesem weitgehend unregulierten Markt ohne Bedenken Kunst einkaufen können. Sprechen Sie uns einfach an.


Fotos (v.l.n.r.):
Paddy Stewart © Warlukurlangu ArtistsGemäldeauswahl bei Justin Corby, Ikuntji Arts © ARTKELCH
Künstlerinnen bei einer Gemeinschaftsarbeit für ARTKELCH © Mangkaja Arts