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Nawurapu Wunuŋmurra: Mapiny Mokuy I-IV


Details

  • Nr.:RKS1435-36 |1441-42
  • Medium:Eisenholz
  • Größe:117cm |120 cm | 169 cm |175 cm
  • Jahr:2011
  • Region:Arnhem Land (East)
  • Kunstzentrum:Buku-Larrŋgay Mulka

Dies ist ein Geist, der im Yolŋu-Gesetz als Mokuy oder Nanuk gesungen und getanzt wird. Einst wurden die Verstorbenen aufgebahrt oder bestattet und wenn dessen Fleisch verschwunden war, wurden die Knochen in einen Larrakitj (hohler Gedenkpfahl) gelegt.

Die Merkmale dieses Wesens sind, dass es so knochenlos und locker und biegsam ist. Sie tanzen lustig. Diese Skulptur ist eine von diesen Geistern. Aber das Einzigartige an dieser Serie von Mapiny Mokuy ist, dass sie die ersten sind, die aus Eisenholz hergestellt wurden, um öffentlich verkauft zu werden. Nawurapu hat solche Figuren aus Kapok mit Erdpigmenten bemalt und aus Bronze hergestellt, aber noch nie zuvor (und schon gar nicht für die Öffentlichkeit bestimmt) aus diesem Holz, das normalerweise Clapsticks und sakralen Gegenständen vorbehalten ist.

Der Künstler sagt über dieses Werk: "Das sind glückliche Geistwesen. Sie gehen nach Hause. Die Mokuy oder Nanuk (Geister) kommen gemeinsam – Dhuwa und Yirritja auf den heiligen Grund namens Balambala, vorbei an Gangan [ein Fluss], auf die andere Seite, an einen Ort, wo sich alle Mokuy treffen. Die Geister gehen dorthin und lassen das Yidaki (Didgeridoo) erklingen. Das ist, als würde man Yukuwa (das heilige Yams-Emblem) und die Federn des Morgensterns zeigen – sie sind unterschiedlich. Ebenso ist es mit dem Yidaki: verschiedene Klänge für Yirritja und Dhuwa. Die Yirritja und Dhuwa spielen Yidaki, um die Mokuy zum selben Balambala-Grund herbeizurufen Die Yirritja-Mokuy kommen auf Vögeln herbei, auf djilawurr (Buschhuhn) und bugutj-bugutj (Weißkopf-Flaumfußtaube). Die Dhuwa-Mokuy kommen vom rangi (Salzwasser) her." Nawurapu bejaht die Frage, ob diese Arbeit traditionell sei. Dies deutet darauf hin, dass es in der geschlossenen Welt der Yolŋu-Regeln (Ŋärra') heilige Objekte von gleichem Aussehen gibt. Im Gesetz der Yolŋu gibt es unregelmäßig "Erneuerungs"-Zeremonien, wenn die richtige Zeit dafür gekommen ist. Diese sind unabhängig von Beerdigungs-, Beschneidungs- und Initiationszeremonien, die ständig stattfinden können.

Im Gesetz der Yolŋu sind sogenannte „Erneuerungs“-Zeremonien vorgesehen, sobald die Zeit dafür gekommen ist, die unabhängig von den regelmäßig stattfindenden Beerdigungs-, Beschneidungs- und Übergangszeremonien sind. Bei den Yirritja werden sie durch die Übergabe einer aus Holz geschnitzten Yamswurzel verkündet: durch eine Einladung mit Federranken. Sie werden an bestimmten Lichtungen im Stringybark-Wald abgehalten, der weite Flächen des Arnhemland bedeckt.

Die Dokumentation zu einer anderen Arbeit, die Details zur Garma-Stätte in Gulkula (einen anderen dieser Orte) liefert, drückt es folgendermaßen aus: „Diese Arbeit, das Festival und der Ort selbst beziehen sich auf eine Art der Yirritja-Erneuerungs-Zeremonie, die per Definition eine Zusammenkunft von Yirritja-Clans ist, die nicht aufgrund von Beschneidungs- oder Begräbnisritualen stattfinden. Es gibt Beziehungen zwischen Yirritja-Clans, die an bestimmten Orten durch die Yukuwa-Zeremonie erneuert werden, die sich auf den rituellen Austausch von heiligen Gegenständen, Liedern und Tänzen beziehen. Yukuwa ist eine Yamssorte, deren jährliche Wiederkehr eine Metapher für den Fortbestand der Menschen und ihres Landes ist. Traditionell wird als Einladung zu einer solchen Zeremonie ein Gegenstand in Form einer Yamswurzel überreicht, dem Schnüre mit gefiederten Blüten entspringen. Diese spielen auf die Verwandtschaftslinien an, die die Gruppen verbinden.

Ein weiterer Ort neben Gulkula, an dem solch eine Zeremonie stattfinden kann, ist ein Gebiet zwischen Gangan und dem Meer, das als Balambala bezeichnet wird. Es liegt an dem nächsten Fluss hinter Gangan in der Küstenregion der Dhalwaŋu, die als Garraparra bekannt ist. Einige der Tänzer, die 2003 in Garma aufgetreten sind (und eine Pfeife für ihre Ritualrufe und -antworten verwendeten), waren Dhalwaŋu, die diesen Ort sangen. Er wird als Versammlungsort der Dhalwaŋu beschrieben, allen voran Madarrpa (Dholpuyŋu) und Munyuku. Burruluburrulu, ein historischer Held, soll hier getanzt haben. Es gibt eine weitere Lichtung in Rurraŋala, die analog dazu ein ‘zeremonieller Platz der Götter’ ist. Diese Lichtungen sind alte Ritualplätze, an denen spezielle Männerzeremonien stattfanden, zu denen sowohl Larrakitj (oder Dhanbarrbark-Särge) und bestimmte Yidaki gehörten. Gulkula ist ein anderer von der Zeit geadelter Versammlungsplatz für solche Zeremonien. Die Geschichten zu solchen Orten umfassen auch Waṯu (Hunde), Garrtjambal (Rote Riesenkängurus) und Ŋerrk (Kakadus). Ŋerrk sind die Vorboten des Todes für den Yirritja-Teil des Clans und stehen deshalb mit dem Begräbnis-Aspekt der Larrakitj-Zeremonie in Verbindung. Ganbulabula, der Ahnenheld und -riese der Gumatj, berief in der Vorzeit solch eine Zeremonie in Gulkula ein und stand ihr auch vor. Während der Zeremonie machte sich ein Mitglied des Dhamala-(Seeadler-)Clans mit einigen Frauen der Matjurr (Flughunde) unbeliebt. Dadurch ließen sich einige Leute von ihrer sakralen Aufmerksamkeit ablenken, was eine Disharmonie im Camp zur Folge hatte. Um seinem Unmut Ausdruck zu verleihen und dieses Verhalten zu beenden, schleuderte Ganbulabula den sorgfältig bearbeiteten Gedenkpfahl, den er bemalt hatte, vom Rand der Klippen in den Ozean, aus dem er immer noch herausragt und diese Gewässer mit besonderen Eigenschaften durchtränkt. Wenn nun also die Stringybark-Blüten die Flughunde an die Klippen locken, fliegen Weißbauchseeadler immer noch entlang der Klippen, um unvorsichtige Flughunde zu fangen. Die Anführer der Gumatj halten Zeremonien ab, um Menschen zu vereinen, zu malen und Larrakitj auszustellen. Die Multidimensionalität der heiligen Zeit bedeutet, dass sich die Liedzyklen dieses Ortes gleichzeitig auf die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft beziehen.“ Bei jeder Veranstaltung ist das Konzept, dass die Geister ihre eigenen nächtlichen Rituale abhalten, wenn die Sterblichen diese Zeremonien am Tag ausgeführt haben. Tatsächlich kann man ihre nächtlichen Aktivitäten oft im Hauptcamp hören, wenn solche Zeremonien stattfinden. Es scheint, als wäre das Abhalten dieses letzten Rituals ein notwendiger Bestandteil ihres Abschieds von dieser Dimension.

Mokuy | Mimih | Yawkyawk sind Skulpturen aus Holz, die sich unterschiedlichen Raumtemperaturen anpassen. Kleine Haarrisse sind bei diesen Arbeiten daher nichts Ungewöhnliches.
Das Kunstwerk steht unter besonderem Schutz. Jegliche Form der Abbildung, auch von Teilen, erfordert die Genehmigung des Künstlers, bei deren Beschaffung wir gerne behilflich sind.