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Malaluba Gumana: Dhatam


Details

  • Nr.:RK1647
  • Medium:Natürliche Erdpigmente auf Holztafel
  • Größe:90 × 60 cm
  • Jahr:2014
  • Region:Arnhem Land (East)
  • Kunstzentrum:Buku-Larrŋgay Mulka

Diese Arbeit stellt Garrimala dar, ein Billabong in der Nähe der Heimat der Künstlerin: dem Land des Dha`waŋu-Clans rund um Gängan. Es ist ein heiliger Ort für den Gälpu-Clan ihrer Mutter. Aber diese Darstellung bezieht sich vielleicht in Wirklichkeit auf die älteste kontinuierliche ikonographische religiöse Praxis: die Geschichte der Regenbogenschlange. Schätzungen zu ihren Abbildungen in Felsunterschlüpfen im westlichen Arnhemland reichen von 40.000 bis 6.000 Jahren.

Wititj ist die übermächtige Regenbogenschlange (Olivpython), die in der Schöpfungszeit (Waŋarr) durch das Clanland von Gälpu und darüber hinaus reiste. Djaykuŋ, die javanische Warzenschlange, ist ihr Begleiter und möglicherweise eine Inkarnation von Wititj; sie lebt unter den dhatam (Wasserlilien), wo sie auf der Wasseroberfläche kleine Wellen und Regenbögen (djari) erzeugt – einen Hinweis darauf gibt es in der Kreuzschraffur. Die Geschichte von Wititj erzählt von Sturm und Monsun in der Schöpfungszeit. Es gibt spezifische Hinweise auf ihre Vermählung am Anfang der Regenzeit, wenn die djarrwa (viereckige Gewitterwolken) sich formen und erste Blitze zucken.

Das miny’tji (heiliges Clan-Design hinter den Seerosen) des Gälpu-Clans stellt djari (Regenbögen) und die Kraft der Blitze in ihnen dar. Es bezieht sich auch auf die Kraft des von Wititj erzeugten Sturms; die durch diagonale Striche dargestellt wird, die Bäume repräsentieren, die umstürzten, als Wititj umherzieht. Die Rip-pen der Schlange bilden hier die Basis des heiligen Designs. Die Sonne scheint auf ihre Schuppen, wodurch ein Prisma mit allen Regenbogenfarben entsteht. Der Bogen, durch den sich eine Schlange bewegt, hat die Form eines Regenbogens, aber der Ölfilm bricht die Regenbogenfarben. Die Kraft des Blitzes manifestiert sich, wenn die Schlangen mit ihrer Zunge schnalzen. Der Donner ist das Geräusch, das sie machen, wenn sie über den Boden gleiten.

Am Morgen nach einem größeren Zyklon schlängeln sich Streifen von gebogenen Stringybark-Bäumen durch den Busch – genauso wie eine normale Schlange Spuren von gebogenem Gras hinterlässt, die von geübten Trackern verfolgt werden kann. Nach dem Zyklon Monica gab es über fast die gesamte Strecke von Maningrida nach Jabiru hinweg eine Schneise durch den Stringybark-Wald.


Das Kunstwerk steht unter besonderem Schutz. Jegliche Form der Abbildung, auch von Teilen, erfordert die Genehmigung des Künstlers, bei deren Beschaffung wir gerne behilflich sind.