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Noŋgirrŋa Marawili: Baratjala


Details

  • Nr.:RKP0052
  • Medium:Natürliche Erdpigmente auf Papier
  • Größe:76 × 56 cm
  • Jahr:2019
  • Region:Arnhem Land (East)
  • Kunstzentrum:Buku-Larrŋgay Mulka

Noŋgirrŋa startete ins Leben als eines von vielen Kindern von Mundukul, dem Madarrpa-Krieger (ca.1890-ca.1950). Dieser war ein berühmter Anführer und Krieger mit unzähligen Frauen aus den Clans der Marrakulu, Dhudi Djapu und Gälpu. Noŋgirrŋa kam als Kind von Buluŋguwuy zur Welt, einer seiner Gälpu-Frauen. Das Leben bestand in einer reichhaltigen, aber disziplinierten Subsistenz in einer arbeitsamen Großfamilie aus eng miteinander verwandten Müttern, Brüdern und Schwestern. Sie bestand aus über 50 Mitgliedern! Noŋgirrŋa wurde am Strand von Darrpirra nördlich von Cape Shield geboren. Sie führten ein Wakir’-Leben: Sie bauten Camps auf und zogen umher. Sie zogen nach Yilpara. Sie zogen nach Djarrakpi. Aber ihr ganz spezieller Ort war Guwaŋarripa (Woodah Island). Mit einer Flotte aus Kanus reisten sie immer wieder den ganzen Weg zwischen dem Festland und Groote Island hin und her. Sie lebten an diesem reichhaltigen Ort. Auf dem Festland war Baratjula ein besonderer Ort für sie: Dorthin kehrten sie nur nach der Erschaffung dieser Bilder zurück.

Das Land von Baratjala gehört dem Madarrpa-Clan und grenzt an Cape Shield, wo die Künstlerin als Kind mit ihrem Vater und seinen vielen Frauen kampierte. Dieses Land ähnelt stark dem von Madarrpa, aber die Orte haben nicht den hohen Status von Yathikpa. Noŋgirrŋa lebte als Teil einer Clangruppe nomadisch mit einer Kanuflotte zwischen Groote Island und dem Festland. Der Name ihres Vaters war Mundukul (Blitzschlange – auch bekannt als Wasserpython, Burrut’tji oder Liasis Fuscus –, die im Meer lebt). Diese Gewässer sind berüchtigt für die vielen Zyklone, die hier durchziehen, und die Krokodile, die in ihnen leben, mit großem Tidenhub und starken Strömungen; die Blitzschlange gehört dazu.

Einige Motive zeigen den Felsblock, der tief im Wasser steht zwischen dem elektrischen "Fluch", den die Blitzschlange in Form eines Blitzes in den Himmel spuckt, und der Brandung, die versucht, das massive Felsfundament der Madarrpa zu verschieben. Manchmal sind auch duŋgurŋaniny (Seepocken, die auf dem Fels wachsen) dargestellt. Als yurr’yunna werden die hohen Wellen bezeichnet, die über den Felsbrocken schlagen und die Gischt in den Himmel werfen. Es heißt, dass die Schlangen Blitze "spucken" – "guykthun". Die erweiterte Bedeutung von "guykthun" umfasst jedoch auch "etwas durch das Aussprechen magischer Worte heilig oder tabu machen". In unserer Sprache so etwas wie "schwören", wie ein "Eid", der das Gesagte heiligt; aber die Begriffe können auch profane Äußerungen beschreiben. Wir verstehen außerdem, dass ein "Fluch" sowohl etwas Obszönes als auch ein Bannspruch sein kann. Das Top End verzeichnet in dieser Jahreszeit eine der weltweit höchsten Blitzdichten. Diese Arbeiten zeigen, wie die sakralisierenden Worte als Blitze in den Himmel gespuckt werden. Die heilige Kraft des Blitzes trifft auf die Gischt, nachdem die Wellen gegen den Felsblock geschlagen sind. Die Energien, die in diesem Gemälde eingefangen werden, entsprechen dem echten Leben in der Regensaison des Top End.

Manche der Designs stellen maypal [Muscheln] dar, die an diesem Felsen haften. Es sind mekawu (Austern). Andere sind duŋgurrŋaniny (Seepocken), die laut der Künstlerin an den Füßen der Austernsammler knabbern, während diese auf den Felsen hocken.

Inspiriert von ihrer Künstlerkollegin Mulkun Wirrpanda malt Noŋgirrŋa auch Designs, die einheimische Nahrung darstellen.

Diese Reise vom Heiligen zum Deskriptiven verschiebt sich in diesen Werken. Noŋgirrŋa reduziert das Gesetz auf seine wesentlichen Elemente – entkleidet im heiligen Motiv. Ihre Identität kann nicht von ihrer Kunst getrennt werden, und obwohl sie jede heilige Absicht abstreitet, bleibt das Echo von miny’tji spürbar.

Ende des Jahres 2017 stellte sie in Yirrkala gemeinsam mit Basil Hall eine Radierung her und verwendete dabei einen brillianten Fuchsia-Farbton als Farbkomponente. Anfang des Jahres 2018 fragte Noŋgirrŋas Freundin, Verwandte und Galeristin Beverly Knight unverbindlich bei ihr an, ob sie nicht auf ein aktuelles Werk von Karen Mills (einer anderen Künstlerin, die in der Alcaston Gallery ausstellt) reagieren wolle, in dem sie ebenfalls die Farbe Fuchsia verwendete.

Dieser Zufall schien ihr nahezulegen, dass es ein guter Zeitpunkt sei, diese Farbe zu ihrer Palette hinzuzufügen, indem sie alte Druckvorlagen in dieser Farbe verwendete. So gab es bei Buku-Larrŋgay Anfang des Jahres 2018 sehr viel Pink.


Das Kunstwerk steht unter besonderem Schutz. Jegliche Form der Abbildung, auch von Teilen, erfordert die Genehmigung des Künstlers, bei deren Beschaffung wir gerne behilflich sind.