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Ivan Namirrkki: Mimih Spirit


Details

  • Nr.:RK1642
  • Medium:Natürliche Erdpigmente auf Rinde
  • Größe:108 × 33 cm
  • Jahr:2018
  • Region:Arnhem Land (West)
  • Kunstzentrum:Maningrida Arts

Aborigines aus den Felslandschaften des westlichen und südwestlichen Arnhemlands erzählen von der Existenz schlanker, hochgewachsener Geistwesen, die sie Mimih nennen. Dieser Begriff ist im gesamten Top End des Northern Territory bekannt. In dieser Gegend teilen verschiedene Aborigine-Gruppen eine gemeinsame Mythologie der Mimih. Zu ihnen gehören die Sprachgruppen Kunwok, Rembarrnga, Dalabon und Djawoyn. Andere Gruppen mit familiären und rituellen Bindungen zu den Bewohnern des Felslands sind ebenfalls mit der Idee der Mimih vertraut.

In den letzten Jahren wurden die Mimih zu einem Thema im Repertoire einiger Künstler unter den Kunibídji, welche die Ndjébbana-Sprache sprechen und die angestammten Besitzer (traditional owners) des Maningrida-Gebietes sind. Die Leute im westlichen Arnhemland glauben, dass Mimih-Geister sozial ähnlich organisiert sind wie die indigene Bevölkerung, und ihre Gesellschaft älter ist als die Menschheit. Die Mimih sollen die ersten Menschen darin unterwiesen haben, wie man im felsigen Gelände des Arnhemlands überlebt. Ihnen wird außerdem zugeschrieben, sie hätten den ersten Menschen beigebracht, wie man Wild jagt und zerlegt, wie man tanzt, singt und malt. Daher nennen viele, zum Beispiel die benachbarten Gruppen im zentralen Arnhemland, den Gesangs- und Tanzstil der Urbevölkerung des westlichen Arnhemlands auch heute noch "Mimih style".

Obwohl die Mimih Menschen gegenüber als wohlgesonnen beschrieben werden, spricht man ihnen auch bösartige und gefährliche Eigenschaften zu – sie seien in der Lage, Menschen zu entführen und sogar zu töten. Sogenannte "Clever Men“, also Aborigine-Männer mit übernatürlichen Kräften freunden sich manchmal mit Mimihs an; sie lernen dann deren Lieder und Tänze und dürfen ihre geheimen Orte besuchen. Die Mimih verwenden dieselben Verwandtschaftsbezeichnungen wie die Menschen und sprechen dieselben Sprachen wie die jeweiligen Aborigine-Gruppen. Sie leben wie die Menschen in Familien, und manche Aborigine-Männer mit mystischem Wissen sollen eine Zeitlang mit ihnen in ihren Camps gelebt haben.

Allerdings sind die Mimih furchtbar dünn, mit Hälsen so feingliedrig, dass eine steife Brise für sie tödlich wäre. Daher gehen sie nur an windstillen Tagen und Nächten auf die Jagd. Sobald Wind aufkommt, verschwinden sie dem Sagen nach sofort wieder in ihren Felshöhlen.

Gemälde auf Baumrinde passen sich unterschiedlichen Raumtemperaturen an. Kleine Haarrisse sind bei diesen Arbeiten daher nichts Ungewöhnliches.
Das Kunstwerk steht unter besonderem Schutz. Jegliche Form der Abbildung, auch von Teilen, erfordert die Genehmigung des Künstlers, bei deren Beschaffung wir gerne behilflich sind.