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Noŋgirrŋa Marawili: Bol'ŋu


Details

  • Nr.:RKP0044
  • Medium:Natürliche Erdpigmente auf Papier
  • Größe:76 x 56 cm (schwebend in schwarzem Rahmen 92,5 x 72,5 cm)
  • Jahr:2018
  • Region:Arnhem Land (East)
  • Kunstzentrum:Buku-Larrŋgay Mulka
  • Status:

Vor langer Zeit bauten die zwei männlichen Geistwesen Djirrawit und Nyäluŋ ein Fischreuse im Gurriyalayala-Fluss bei Wandawuy. Die Fischreuse bestand aus senkrechten Pfosten mit einer Gabelung am oberen Ende und einem großen Querpfahl, der in den Gabeln lag. Der Zwischenraum wurde mit weiteren vertikalen Stöcken (dharpa) ausgefüllt, in die waagerecht kleine Stöcke geflochten wurden.

Dann schnitten Djirrawit und Nyäluŋ Rindenstücke vom dhaŋgi-Baum [Planchonia careya, Busch-Mango], zerstießen sie, um das enthaltene Gift freizusetzen, und warfen sie ins Wasser. Das Gift aus der Rinde färbte das Wasser schwarz und lähmte die Welse (ganŋal).

Um die betäubten Fische einzusammeln, benutzten sie ihre Fisch-Speere (gara) und doppelseitige dreieckige Fischreusen (ganybu) aus Busch-Schnüren (raki'). Djirrawit und Nyäluŋ kamen auf die Idee für diese spezielle Form der Reusen, als sie Pelikane (galumay) beobachteten, wie sie in ihren großen Kehlsäcken Fische fingen.

Yolŋu [Bezeichnung indigener Australier in dieser Region] lernten von diesen beiden Geistwesen, wie man auf diese Weise Fische fangen kann. Manchmal verwenden sie diese Art des Fischfangs heute noch, wenn viele Menschen zusammenkommen und viel Nahrung brauchen.

Das viereckige Design namens gapu (Wasser), das häufig in Gemälden zu dieser Geschichte verwendet wird, ist ein spezielles Clan-Design, das zum Djapu-Clan in Wandawuy gehört und das Land (wäŋa) darstellt. Viele andere Clans der Dhuwa-Moiety, besitzen kleine Stückchen von Land oder Waser (riŋgitj) in dieser Gegend, was sich in diesem viereckigen Design wiederspiegelt. Das Design an sich gehört jedoch nur zum Djapu-Clan.

Die Geschichte von dhaŋgi wird in den heiligen Gesängen (manikay) der Djapu erzählt und bei Zeremonien (buŋgul) getanzt. Wenn Yolŋu galumay tanzen, öffnen und schließen sie ihre Arme, so als würden sie die Fischreusen öffnen und schließen.

Der Ort Wandawuy steht darüber hinaus mit dem Donnermann Bol'ŋu in Verbindung. In der Ahnenzeit reiste Bol'ŋu von den Wessel-Inseln nach Süden, durch das Land verschiedener Clans der Dhuwa-Moiety. Er war gleichzeitig ein Mensch und eine Wolke, die schwere Wolke wolma, die den ersten Regen der Regezeit bringt. Er reiste in den Wolken, und wenn er urinierte, fiel Regen.

Als Bol'ŋu durch das Land reiste, folgten ihm die Dhuwa-Wolken und der Regen. Es entstanden Flüsse und Bäche und Süßwasserquellen, die in der Trockenzeit Wasser bieten würden. Er sagte zu sich selbst: So soll es immer sein. An den Orten, die Bol'ŋu besuchte, gab er den Flüssen und Quellen Namen. Er gab auch den Bäumen und den Ameisenhügeln Namen. Diese Namen haben die Orte auch heute noch.

In jedem Clanland gab Bol'ŋu den Menschen Zeremonien und Gesetze. Er lehrte sie Gesänge und Tänze und die Designs, die zu jedem einzelnen Clan gehören. Auch lehrte er sie die Initiationszeremonie, die die Jungen zu Männern macht. Der Liedzyklus, der diese Reise Bol'ŋus beschreibt, wird bei diesen Zeremonien gesungen.

Alle Dhuwa-Clans, die den Liedzyklus von Bol'ŋu singen, besitzen alle ein bestimmtes Stück Regenwald, das mit Bol'ŋu in Verbindung steht. Von diesen Regenwald-Stückchen steigen kleine Gewitterwolken auf, die ebenfalls zu Bol'ŋu gehören. Er hat sie alle zusammen gebracht. Wenn gebogene Linien gemalt werden, stehen diese für sein Speer, aber auch für die Wolken folgender Clans: Rirratjingu, Datiwuy, Ngaymil, Djapu, Djambarrpuyngu, Bararrngu und Dhudi Djapu.


Das Kunstwerk steht unter besonderem Schutz. Jegliche Form der Abbildung, auch von Teilen, erfordert die Genehmigung des Künstlers, bei deren Beschaffung wir gerne behilflich sind.