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Wukun (Daymbalipu Gatanikpa) Wanambi: Destiny


Details

  • Nr.:RKS1342
  • Medium:Natürliche Erdpigmente auf Larrakitj
  • Größe: 267 cm
  • Jahr:2017
  • Region:Arnhem Land (East)
  • Kunstzentrum:Buku-Larrŋgay Mulka
  • Status:

Meeräschen reisten von Fluss zu Fluss, von Ozean zu Ozean, um ihr Schicksal zu suchen. Hier ist Gulkawuy dargestellt. Sie reisten auch zu vielen anderen Orten. Wir singen ein Lied und tanzen, um die Flut des Gulkawuy-Wassers zu tragen, die die guya (Fische) in den Fluss bringt, in die Trial Bay. Es gibt einen Ort namens Marraŋu, Golumala, sie singen dort das Lied, wo die drei Flüsse zusammenkommen. Das Wasser heißt Gudutja, und sie suchen ihr Schicksal, genauso wie Du und ich, wenn wir unseren Stammbaum auf dem Computer verfolgen und nach unseren Ururgroßvätern und -müttern suchen.

Larrakitj wurden bei den Yolngu in North-east Arnhem Land traditionell als Beinhaus oder Knochenbehälter verwendet, die als Erinnerung an einen toten Angehörigen bis zu zehn Jahre nach dessen Tod aufgestellt wurden. Nach dem Tod wurde der Körper des Verstorbenen oftmals im Rahmen einer Zeremonie auf eine erhöhte Plattform gelegt und für eine angemessene Zeit den Elementen überlassen. Der Ort wurde dann bis zur nächsten Phase des Rituals verlassen. Diese nächste Phase fand statt, wenn entschieden war, dass der wesentliche ewige Geist des Verstorbenen seine zyklische Reise zu der Quelle, aus der er gekommen war, vollendet hatte und rechtzeitig zurückkehren würde. Dies konnte einige Jahre dauern.

Während der Körper “aufgebahrt” war, bekamen andere Wind von dem Tod, vielleicht durch unterschwellige Botschaften, und bereiteten sich vor, zu der Totenstätte zu reisen. Üblicherweise war dann genug Zeit verstrichen, so dass die Knochen des Verstorbenen auf der Plattform auf natürliche Weise gereinigt worden waren. Das Wesen der Seele in den Knochen wurde für die letzten Zeremonien vorbereitet, während andere entferntere Teilnehmer ankamen, die für die sichere Reise gebraucht wurden. Das Ritual sah vor, dass die Knochen des Verstorbenen in dem von Termiten ausgehöhlten Erinnerungspfahl zur letzten Ruhe gelegt wurden. Das Bestattungsritual endete damit, dass der Larraktij, der die Knochen enthielt, im Busch aufge-stellt wurde. Im Lauf der Zeit wurden der Larrakitj und sein Inhalt wieder zu Mutter Erde zurückkehren. Der Larrakitj wird häufig als Mutterleib bezeichnet.

Sobald sesshafte Missionsgemeinden in Arnhem Land errichtet wurden, war es nicht mehr durchführbar, eine dauerhafte Gemeinde zu verlassen, und es wurde verboten, die Körper auf eine Plattform zu legen. Dennoch bleiben die Kosmologie der Yolngu und das Wesen der Bestattungszeremonie ebenso wichtig. Larrakitj werden weiterhin hergestellt und analog zu einem Grabstein verwendet oder auch um die persönlichen Gegenstände des Verstorbenen aufzubewahren (die gefährlich sein können, wenn sie von den Lebenden nicht beseitigt werden, wegen der Ausstrahlung, die sie beim Kontakt mit den Toten durchdrungen hat).

Eine weitere Rolle dieses kulturellen Gegenstandes ist die eines Kunstobjektes und eines Lehrobjektes für jüngere Generationen. Kunstwerke dieser Art beinhalten viele Schichten von Metaphern und Bedeutungen, die über die Beziehungen zwischen einem Menschen und bestimmten Teilen des Landes (sowohl Land als auch Meer) und über die Verbindungen zwischen verschiedenen Clans unterrichten, aber auch die Mächte erklären, die über und in der Umwelt herrschen, sowie die Mechanismen, wie ein Geist seinen Weg durch das Sein zurücklegt. Das Wissen, auf das sich diese Bildsprache bezieht, vertieft sich in Komplexität und Geheimhaltung, je mehr eine Person in dem lebenslangen Lernprozess fortschreitet.

Larrakitj | Lorrkon | Tutini sind Skulpturen aus Holz, die sich unterschiedlichen Raumtemperaturen anpassen. Kleine Haarrisse sind bei diesen Arbeiten daher nichts Ungewöhnliches.
Das Kunstwerk steht unter besonderem Schutz. Jegliche Form der Abbildung, auch von Teilen, erfordert die Genehmigung des Künstlers, bei deren Beschaffung wir gerne behilflich sind.