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Fred Grant, Ian Rictor, Lawrence Pennington, Ned Grant, Roy Underwood (Collaborative): Ngura Tjungu


Details

  • Nr.:RK1554
  • Medium:Acryl auf Leinen
  • Größe:200 × 230 cm
  • Jahr:2018
  • Region:Spinifex Country
  • Kunstzentrum:Spinifex Arts Project
  • Status:

Sechs seniore Spinifex-Männer haben zusammengearbeitet, um dieses kapitale Gemälde zu schaffen, in dem sie Ngura Tjungu (gemeinsames Land) darstellen. Die Männer haben Verbindungen zu einer großen Anzahl wichtiger Stätten, die alle anhand von Schöpfungsgeschichten, Gesängen und kultureller Autorität miteinander in Beziehung stehen. Das Geburtsrecht und die Familienrechte väterlicherseits bestimmen darüber, wer welche Stätten darstellen darf, aber die Männer kennen das Land und die damit verbundenen Schöpfungsgeschichten der jeweils anderen auch sehr gut. Diese Intimität ist es, dieses umfassende Wissen über die Orte jedes einzelnen in Hinblick auf Land und Kultur, das den Männern erlaubt, sich auf diese Art und Weise miteinander zu verbinden. Sie geben uns hier einen kleinen Einblick in ihre Sicht der Welt, eine Darstellung von Geburt und Schöpfung aus einer essentiell mit dem Land verbundenen Position heraus, in der die Schöpfung des Landes gleichbedeutend ist mit den Geschichten und den Gesängen.

Simon stellt mit großem kulturellen Wissen die Stätte Lingka dar, indem er im Geiste diesen Ort besucht, der von kapi (Wasser), wanari (Mulga-Bäume) und puli piranpa (weiße Felsen) geprägt ist. Auch das Land in der Umgebung kennt er in jedem Detail. Lawrence zeigt uns die Tiefe des Landes im Unsichtbaren, indem die Schöpferwesen nur wenig Gestalt annehmen und an der Stätte Mituna vorbeiziehen, vorbei an punu wara (große Bäume). Roy bringt uns zu dem monumentalen Sandhügelgebiet von Miramiratjara, das von einer mächtigen Wanampi (Wasserschlange) bewacht wird, die sich unter der Erde bewegt und nur an die Oberfläche kommt, wenn eine Notwendigkeit besteht. Fred stellt eine große Anzahl von Stätten und die verbindenden Pfade dar, die ihn letztlich nach Pirapi geführt haben, als er durch dieses bedeutsame Land wanderte. Ned folgt dem Pfad der wata (Baumwurzeln) und nimmt uns durch das Labyrinth aus Wendungen und Kurven, das die Schöpferwesen schufen, mit bis tief unter die Erde. Wir kommen vorbei an Palpatatjara, einer Stätte der Zwei Männer, und durch den Ngalta (Kurrajong-Baum), der lebensspendendes Wasser für Reisen durch diese trockene Landschaft enthält, wieder an die Oberfläche. Ian platziert Kamanti auf der Leinwand, die Stätte, die die Schöpfungsgeschichte der Zwei Männer repräsentiert, da diese die Stätte auf ihrer Schöpfungsreise als Heimstätte auswählten. Daneben zeigt er Tuwan, woher die Schöpfungsgeschichte Tjulpu Tjuta (Viele Vögel) stammt, bevor er sich nach Süden wendet.

Diese Vielzahl von Stätten, von Land, von Fauna und Flora wurde von den Schöpferwesen erschaffen, als sie sich durch das Land bewegten. Sie durchquerten das Land und formten es gleichzeitig, erzählten die Geschichte, hinterließen physische und moralische Erinnerungen an ihre Macht und Präsenz, nach denen die Menschen noch heute leben.


Das Kunstwerk steht unter besonderem Schutz. Jegliche Form der Abbildung, auch von Teilen, erfordert die Genehmigung des Künstlers, bei deren Beschaffung wir gerne behilflich sind.