Spinifex Arts Project

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Die Künstlerkooperative hat ihren Sitz in Tjuntjuntjara in Spinifex Country, wo die meisten Künstler tatsächlich noch ein Semi-Nomadenleben führen. Hier gibt es kein Kunstzentrum. Hier packt man seine Malutensilien zusammen und sucht sich - je nach Jahreszeit - ein sonniges oder schattiges Plätzchen und beginnt mit dem Malen, oft gemeinschaftlich an einer Leinwand, Frauen und Männer gemäß Geschlechtersegregation getrennt. Zwei phantastische solcher Gemeinschaftsarbeiten befinden sich in der Sammlung des Staatlichen Völkerkundemuseums in München, vier weitere in bedeutenden europäischen Privatsammlungen, u.a. in der des Prinzen Stefan von und zu Liechtenstein. Die Kunstbewegung hat ihren Ursprung in der Landrechtsbewegung. Nachdem die Spinifex People Anfang der 60er Jahre durch geheime Atomtests der Briten von heute auf morgen zu Vertretern der Moderne wurden, haben sie in den 80er Jahren beschlossen, ihr Land zurückzugewinnen, indem sie dieses malten und über 500 heilige Stätten dokumentierten, wodurch ihnen letztlich der Native Title über 55.000 km² Land zugesprochen wurde. Zu den bedeutendsten Künstlern gehören Simon Hogan, Roy Underwood, Tjaruwa Woods und Ngalpingka Simms. In jüngerer Zeit machen zudem Lawrence Pennington, Carlene West, Myrtle Pennington, Anne Hogan, Ian Rictor und Byron Brooks mit phantastischen Werken auf sich aufmerksam. Tjaruwa Woods und Ian Rictor gehören zu den letzten Nomaden Australiens, die erst 1986 ihren ersten Kontakt mit der „weißen“ Welt hatten.


Fotos (v.l.n.r.): Anne Hogan bei der Arbeit am Titelwerk für Pro Community 2013 © Spinifex Arts Project Malworkshop der Spinifex Artists im Busch © Spinifex Arts Project Lawrence Pennington © Spinifex Arts Project